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Kultur / Literatur
Dreivariantencouch
Jule Blum - Elke Heinicke
Kerstin sitzt im Zug, sie reist zu ihrer Freundin Astrid. Eine ist aus
Ost-, die andere aus Westdeutschland. Noch führen sie eine
Fernbeziehung. Die Landschaft fliegt vorbei. Diesmal ist alles anders.
In Oldenburg wartet nicht nur Astrid, sondern auch eine dritte Frau. Sex
zu dritt. Kann das gehen? Wird sie nicht doch eifersüchtig werden? Es
war alles besprochen, aber jetzt, als sich die Verwirklichung nähert,
bekommt Kerstin Angst ... und lenkt sich mit Träumen und Erinnerungen
ab.
Eine aufregende Liebesgeschichte zwischen Ost und West, zwischen
Leipzig, Heidelberg und Oldenburg, zwischen Zweisamkeit und Polyamory.
Zugleich über die jüngste deutsche Geschichte ...
Buch bestellen Rezension lesen
Die indonesischen Schwestern
Sandra Wöhe
Eine Mutter und drei Töchter indonesischer Herkunft in einem deutschen Dorf. Phyllis war mit einem Deutschen verheiratet. Dann stirbt ihr Mann ... Phyllis entschließt sich, Indonesien zu verlassen und mit den Töchtern in das Haus des Vaters in das Dorf in Nordrhein-Westfalen zu ziehen. Dort sind sie »Ausländer«, auch wenn sie gut deutsch sprechen, sie sind die einzigen »Schlitzaugen« im Dorf.
Fast vier Jahre leben sie nun dort. Der Roman beginnt an dem Tag, an dem eine der Schwestern, selbst noch lange nicht erwachsen, ein Kind bekommt.
Je ein Tag im Jahr der folgenden vier Jahre wird erzählt. In dieser Zeit passiert viel im Leben der Schwestern, sie werden erwachsen, verlieben sich, eine von ihnen liebäugelt mit dem Islam, eine andere wird lesbisch, sie driften in unterschiedliche Richtungen und dann gerät die Jüngste in große Gefahr …
Ein Roman über das Erwachsenwerden, über das Mit- und Gegeneinander unterschiedlicher Welten, über Schwestern, Mütter, Kinder ...
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Living Dolls
Warum junge Frauen heute lieber schön als schlau sein wollen
Natasha Walter
Wenn sich eine 18-Jährige statt einer Weltreise eine Brustvergrößerung
wünscht, scheint etwas falsch gelaufen zu sein mit der Emanzipation. Die
britische Publizistin Natasha Walter hat viele junge Frauen nach ihrem
Selbstverständnis befragt. Die Antworten sind erschreckend. Zwar glauben
die meisten Frauen, sie hätten ihr Leben und ihre Sexualität
selbstbestimmt im Griff, in Wirklichkeit aber reduzieren sie sich immer
mehr auf ihr Äußeres und sehen allein ihre Attraktivität als Schlüssel
zum persönlichen Erfolg. Auf dieses Lolita-Schema werden die Mädchen
schon in frühen Jahren festgelegt. Es gibt fast nur noch rosa Spielzeug
für kleine Mädchen, süße »Prinzessinnen« tragen Miniröcke, hochhackige Schuhe und Lippenstift. Junge intelligente Frauen aus allen
gesellschaftlichen Schichten lassen sich in Casting Shows öffentlich
demütigen.
Natasha Walters kritische Bestandsaufnahme schockiert,
rüttelt wach und macht eine Auseinandersetzung mit diesem wieder
erstarkenden aggressiven Sexismus unabdingbar.
Aus dem Englischen übersetzt von Gabriele Herbst.
erschienen 02/2011 im
320 Seiten, gebunden
€D 19,95 / €A 20,60 / sFr 30,50
ISBN:
Genre: Körper Sachbuch
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Hauptsache ein Ehemann
Hatice Meryem
Was wäre, wenn… ich die Frau eines Eisenbahners, eines Metzgers, eines erheblich jüngeren oder älteren Mannes wäre…? Die eines armes Schluckers, eines Dichters, Geschäftsmannes oder Bankers…?
»Beide sind wir hervorragende Absolventen einer Eliteuniversität, sind in derselben Bank
beschäftigt… Unsere Ehe ist im zweiten Jahr. Jeden Abend ist unsere Stimmung ebenso im Keller,
wie die Aktien- und Devisenkurse, die wir den Tag über verfolgen…«
»Am nächsten Morgen, als er aufwacht neben meiner Wenigkeit, die mit Apfelbäckchen und
schneeweißer Haut von Müdigkeit überwältigt neben ihm schlummert, beschließt er: 'Alles klar, nur eine solche Frau. Die das Leben mit Leib und Seele anpackt, kann für den Fortbestand meines
Geschlechts sorgen.' Ich schlafe noch, da ist die Ehe schon geschlossen. Und so wache ich morgens
heiter und vergnügt auf, wenn ich die Frau eines Kleinwüchsigen wäre.«
Mit ihren imaginären Männern erlebt die Protagonistin alle Höhen und Tiefen des Ehelebens, gibt sich jedes Mal einen neuen Namen, eine andere Persönlichkeit, ein anderes Aussehen. Mit viel Witz und satirischem Scharfsinn entwirft Hatice Meryem ein Eheszenario nach dem anderen und erzählt über Mut und Lebensmut, Aberglaube und Lust, über Menschen, die sich neu entdecken und über die Fähigkeit, zu träumen. Ein Panorama der türkischen Gesellschaft aus weiblichem Blickwinkel - mit viel Humor erzählt.
Aus dem Türkischen übersetzt von Sabine Adatepte.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Irgendwo auf der Welt fängt mein Weg zum Himmel an
Veneda Mühlenbrink
Valerie, 39, ist nach ihrer Trennung mit der Sinnkrise liiert. Die Liebe
zu den Frauen will ihr einfach nicht dauerhaft glücken, da trösten sie
weder ihre schriftstellerischen Erfolge noch Sexabenteuer, nicht einmal
der Besuch ihrer australischen Freundin Reneé. Die Frau, die Valeries
trudelndem Dasein schließlich Aufwind verleiht, heißt Luise Müggendorf
und ist 96 Jahre alt. Die Bewohnerin eines Alten- und Pflegeheims hegte
lebenslang eine tiefe Neigung zu Frauen, denen »der Haken in den Augen
fehlt«, wenn sie Männer anschauen. Luise beginnt Valerie ihr Leben zu
erzählen. Und die schreibt es auf ...
Von einer wundervollen Begegnung zwischen zwei völlig unterschiedlichen
Frauen und von der Frauenliebe im Wandel der Zeit erzählt dieser
vielschichtige Roman voller Zärtlichkeit, Respekt und leisem Humor.
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Kunst - Magie - Heilen
Eine poetische Forschungsdokumentation
Cambra Skadé
Kunstmagische Heilwege | Kunst als magischer Akt | Kunst -
Fachsprache des Schamanischen | Klang | Wort | Tanz | Heilraum | Malerei
| Ritualobjekte | Masken | Körpermalerei | schamanische Mesa |
Geschichten | Heilinszenierung | Ritualperformance | Heilige Clownin |
Mythenschöpferin | Dichterin | Schattentänzerin | Seherin | Künstlerin |
Magierin
Die Erfahrungen vieler Jahre gemeinsamen Forschens mit Frauen
zeigt sich in Wort und Bild. Das Buch soll Lust machen, sich die Länder
der Kunst, der Magie, des Heilens wieder anzueignen und zu bereisen. Es
soll inspirieren, alle Facetten von kreativem Ausdruck zu entfalten und
die Seelenkraft des Heilens zu leben.
Dieses Buch gebe ich selbst heraus. Es ist bewusst nicht in
Großketten zu erwerben, sondern dort, wo ich mich beheimatet fühle. Es
ist mir wichtig, dass ich mir etwas wieder hole, dass ich selbst
bestimme, wer durch mich verdient. Es ist eine Möglichkeit, ein
Stückchen Land zurückzukaufen. Dabei vertraue ich auf das Netz und die
wilden, freien Wege. Und ich danke allen, die es auf ihre Weise mit in
die Welt bringen.
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Briefe aus der Ferne
Anforderungen an ein feministisches Projekt heute
Mit dem Anliegen, eingreifende feministische Politik zu entwerfen,
wandte sich Frigga Haug an Frauen in aller Welt. Ihr Aufruf erhielt ein
starkes Echo und aktivierte politische Energie rund um den Globus: 49 Feministinnen aus 13 Ländern auf 6 Kontinenten meldeten sich zu Wort.
Die Briefe aus der Ferne zeigen, wie global diese Welt
auch den Feminismus gemacht hat. Die Beiträge variieren von sachlichen
Bestandsaufnahmen der politischen Lage an verschiedenen Orten über
theoretische Erörterungen möglicher Politikformen bis zu flammenden
Postulaten für Bündnisse gegen den globalen Kapitalismus. Die
Orientierung über den jeweils eigenen Tellerrand hinaus, vielerorts
schon vollzogen, anderswo noch Vision, lässt das Projekt über den
Hier-und-jetzt-Bezug hinaus in die Zukunft weisen. Jede Politik, die heute gemacht wird, betrifft das Soziale. So
gut wie alles hat globale Folgen. Eine feministische Einmischung ist im
Gang.
Mit Beiträgen von Mari Paz Balibrea, Judith Butler, Cynthia Cockburn, Rose Baaba Folson, Harriet Fraad, Gisela Notz, Claudia Pinl, Maria da Consolação Rocha, Birgit Sauer, Birge Krondorfer, Jo Labanyi, Christa Wichterich, Frigga Haug und anderen.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Freispruch
Manuela Kuck
Schon als Kind entwickelt Lena Bokken einen siebten Sinn: Ihre Spielgefährtinnen finden
sie unheimlich, denn beim Versteckspielen weiß Lena sofort, wo sich
jemand verbirgt. Als junge Frau findet Lena nach einer Zeit der
Orientierungslosigkeit ihren Weg und wird Anwältin. Intuitiv stellt sie stets die
richtigen Fragen, und so macht sie eine steile Karriere als
Strafverteidigerin. Diese endet jedoch jäh, als Lena den Fall des unter
Mordverdacht stehenden Geschäftsmanns Mick Panter übernimmt. Ihre
Selbstgefälligkeit wird ihr zum Verhängnis. Lena ist am Boden zerstört.
Aus der erfolgreichen Staranwältin ist eine nicht mal mittelmäßige
Verteidigerin ohne Selbstvertrauen und Zuversicht geworden.
Jahre
später übernimmt Lena das Mandat von Karin Weber, die des heimtückischen
Mordes an ihrer Tante angeklagt ist. Was zunächst wie ein glasklarer
Fall aussieht, bei dem es höchstens darum gehen kann, mildernde Umstände
für die Angeklagte herauszuholen, entpuppt sich bald als komplexe,
tiefgründige Geschichte. Mit Hilfe von Maren Sommer, der engen Freundin
des Mordopfers, macht sich Lena daran, den Fall aufzudröseln. Langsam
gewinnt sie wieder an Selbstvertrauen und ist auch Maren gegenüber nicht
mehr ganz so zugeknöpft. Doch kaum hat Lena die ersten Indizien
aufgegriffen und eine Spur entdeckt, wird sie von ihrer Vergangenheit
eingeholt...
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Leise Töne
Karen-Susan Fessel
Visby, 1984. Marthe verreist das erste und einzige Mal in ihrer
Kindheit und Jugend; ihre Tante lädt sie ein auf die schwedische
Ferieninsel Gotland. Die Tage dort schmecken nach Freiheit. Und eine
besondere Erinnerung nimmt Marthe mit in die folgenden Jahre: das Bild
einer Klavierspielerin im Erdgeschoss der Pension und die sanft
schwingenden Melodien ihres Spiels, die Marthe Abend für Abend in die
Träume geleiten.
Berlin, 1994. Marthe arbeitet inzwischen als Hilfskraft im
Funkhaus und bekommt den Auftrag, eine Komponistin vom Flughafen
abzuholen. Sie hat dunkle Haare und dunkelblaue Augen und etwas an sich,
das Marthe sowohl fasziniert als auch irritiert. Aber bevor sie dem
nachgehen kann, ist die Musikerin auch schon wieder verschwunden. Zwei Jahre später sieht Marthe sie wieder, und damit beginnt eine
anregende, aufrührende und intensive Beziehung zwischen Marthe, dem
Freigeist, und Ebba, der ruhigen, melancholischen Musikerin. Bis Ebba
von etwas eingeholt wird, das schon längst überwunden geglaubt schien.
Leise Töne ist ein Buch über Musikverständnis, über Einsam- und
Gemeinsamkeit und das Leben auf Inseln, im wörtlichen wie auch im
übertragenen Sinne. Karen-Susan Fessel erzählt von der Frage nach Schuld
und Verantwortung, für sich selbst und für andere, von der Suche nach
dem richtigen Platz und nicht zuletzt vom Recht auf ein selbstbestimmtes
Lebensende.
erschienen 10/2010 im Querverlag
492 Seiten, gebunden
€D 19,90 / €A 20,50 / sFr 32,00
ISBN:
Genre: Lesben Roman
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Verglühte Schatten
Kamila Shamsie
9. August 1945, Nagasaki. Hiroko Tanaka steht auf ihrer Terrasse. Sie trägt einen Kimono mit drei schwarzen Kranichen auf dem Rücken und denkt an ihre bevorstehende Hochzeit mit Konrad Weiss. Dann, im Bruchteil einer Sekunde, verglüht die Welt. Hiroko überlebt verletzt, die drei Vögel haben sich in ihre Haut gebrannt. Einzig das bleibt als Erinnerung an alles, was sie liebte. Auf der Suche nach einem Neuanfang reist sie nach Delhi, wo sie bei Konrads Verwandten, den Burtons, ein neues Zuhause findet und sich in den Inder Sajjad Ashraf verliebt. Doch der Schatten der Geschichte senkt sich abermals auf sie: der Verlust der Heimat, alte Wunden und neue Weltkonflikte prägen im Lauf der nächsten Jahrzehnte das Leben beider Familien auf ihrem Weg von Indien über Pakistan bis nach New York.
Ein großer epischer Roman, der Generationen, Kulturen und Kontinente umspannt und in dem die politischen Ereignisse von Nagasaki bis Guantanamo das Schicksal der Menschen bestimmen.
Taschenbuchausgabe des 2009 erschienenen Hardcover-Bandes. Aus dem Englischen übersetzt von Ulrike Thiesmeyer.
erschienen 10/2010 im
480 Seiten, broschiert
€D 10,95 / €A 11,30 / sFr 18,40
ISBN:
Genre: Roman Weltweit
Buch bestellen Rezension lesen
Einer ist hier schon verrückt geworden
»Afrika in Österreich« ist das Thema von Gerda Sengstbratls zweitem Roman.
Im Laufe des Romans begegnet die Ich-Erzählerin zwei Männern: Papá el Hadji Fabouré in Afrika und dem Afrikaner Jerome, der seit vielen Jahren ohne Papiere in Österreich lebt. Die Verbindung, die sie schließlich mit Jerome eingeht, führt sie in ein Miteinander und gleichzeitig an die eigenen Grenzen: die Polizei dringt in die Wohnung ein, ein unbedarfter Anwalt macht Profit, politisch Verantwortliche verstecken sich hinter Paragrafen und Angehörige lüften ihren Rassismus.
Politische, mystisch-traumsphärische Texte, Sprachspielereien und
Alltagstexte wechseln einander ab. Spiritualität verschränkt mit Alltag und
Politik, verbindet sich zu einem Sprachgewebe.
erschienen 09/2010 im
142 Seiten, broschiert
€ 15,00 / sFr 25,00
ISBN:
Genre: Roman
Buch bestellen Rezension lesen
Schattengesicht
Kriminalroman
Antje Wagner
Mila ist sechsundzwanzig und eigentlich Lehrerin. Doch dann begeht
ihre Freundin Polly einen Mord für sie und die beiden flüchten vor der
Polizei. Auf ihrer Odyssee geraten Mila und Polly immer wieder an
gefährliche Menschen und in lebensbedrohliche Situationen, der Tod
scheint sie zu verfolgen. Mit dem wenigen Geld, das Mila mit schlecht
bezahlter Schwarzarbeit verdient, halten sie sich über Wasser. Sie leben
in Abrisshäusern und brechen oft über Nacht alle Zelte ab, nur um in
einer neuen Stadt wieder auf Pollys Fahndungsfotos zu stoßen. Das einzig
sichere Versteck und mögliche Endstation ihrer Flucht scheint ein
leerstehendes Haus in Schweden zu sein, von dem nur sie beide wissen. Doch nicht allein das Sterben umgibt die Freundinnen wie eine
Aura. Etwas Ungreifbares, Rätselhaftes schwebt über den doch so
unterschiedlichen Frauen: Ist wirklich allein ihre Freundinnenschaft der
Grund für den Zusammenhalt? Der Blick zurück in die gemeinsame Kindheit
lüftet ein dunkles Geheimnis, das Mila und Polly untrennbar, auf beinahe
obsessive Art, miteinander verbindet.
Antje Wagner nimmt die LeserInnen mit auf eine ungewöhnliche
Reise in die Tiefen der menschlichen Psyche.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Töten ist ein Kinderspiel
Kriminalroman
Corinna Waffender
Die 43jährige Pfarrerin Erika Mangold wird erschossen in einer Kirche
in Berlin-Charlottenburg aufgefunden. Sie hinterlässt einen todkranken
Ehemann, eine 14jährige Tochter, einen fast erwachsenen Sohn und jede
Menge Unklarheiten über sich selbst. Hauptkommissarin Inge Nowaks zweiter Fall bringt nicht nur ein als
bürgerliches Durchschnittsglück getarntes Familiendrama ans Licht,
sondern auch eine vergessene Leiche im Keller, die geduldig
dreiundzwanzig Jahre auf ihre Entdeckung gewartet hat: Welche Rolle
spielt der chilenische Jugendfreund Juan Valero, den das Opfer kurz vor
ihrem Tod noch getroffen hat? Wer ist im Besitz der Tatwaffe aus alten
Militärbeständen? Was hat ein toter Junge im Westdeutschland der
achtziger Jahre mit all dem zu tun?
Während die Berliner Hauptkommissarin noch immer mit ihrer
Beziehung ringt, führen die Spuren im Fall Mangold in eine Zeit, in der
Homosexualität tatsächlich gut versteckt werden musste. Einmal mehr
benötigt Inge Nowak eine ordentliche Portion Kombinationsgabe und den
einen oder anderen Zufall, um am Ende nicht nur das Schicksal von fünf
Toten zu verstehen, sondern auch ihr eigenes.
erschienen 09/2010 im Querverlag
253 Seiten, broschiert
€D 12,90 / €A 13,30 / sFr 21,50
ISBN:
Genre: Krimi Lesben
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Wo wilde Weiber wohnen
Geschichten von und über Frauen rund um den Odenwald
Hier forschen Frauen mit großer Begeisterung über Frauen ihrer
Region. In bereichernden Begegnungen führen sie uns zur ersten deutschen
Beamtin, zu der Dichterin Helmina von Chézy, zur ersten deutschen
Fallschirmspringerin Käte Paulus oder zu der ältesten Odenwälderin,
einer keltischen Priesterin. Wir lesen vom Alltag adeliger Frauen, von
Lebkuchenbäckerinnen, Zigarrendreherinnen, Putzfrauen, Politikerinnen,
Müttern und Großmüttern. Wir hören von Beginen und von Frauen, die
zwangsweise im Kloster leben mussten oder als »Hexen« verfolgt wurden.
Oder wir erfahren, wie sich die Odenwälderinnen das Fahrrad eroberten
und welche Bewegungsspielräume die Eisenbahn in ihr Leben brachte.
Wie Frauen sich (ihre) Geschichte aneignen können, veranschaulicht
beispielhaft ein Extra-Kapitel, in dem die Herausgeberin und Leiterin
der Frauengeschichtswerkstatt Barbara Linnenbrügger über den Ablauf der Werkstatt-Projekte
informiert, ihr Verständnis von Frauenforschung definiert und ihr
theaterpädagogisches Konzept erläutert, mit dem das Leben und Wirken der
historischen Frauen von den Teilnehmerinnen erarbeitet und präsentiert
wird.
Lebendige Frauengeschichte exemplarisch sichtbar gemacht,
Geschichtsforschung als Inspiration für das eigene Leben - und zugleich
ein wichtiges Buch über den Odenwald, der schon lange für seine
Wildfrauen- und Wildweibchensteine, Orte wo die »Wilden Weiber« wohnen,
bekannt ist.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Scheidungsratgeber
Von Frauen für Frauen
Gisela Gebauer-Jipp
Der Scheidungsratgeber ist das Standardwerk für
Frauen in Scheidungsfragen und wird seit mehr als
20 Jahren regelmäßig überarbeitet. Es informiert
Frauen umfassend und leicht verständlich über ihre
Rechte und gibt ihnen Mut, sie durchzusetzen.
Zwölf im Familienrecht erfahrene Anwältinnen erklären
fachkundig, was Frau in Sachen Scheidung
tun kann. Der Ratgeber geht auf alle für eine Trennung
oder Scheidung relevanten Themen ein. Zahlreiche
Musterbriefe unterstützen die Ratsuchenden,
ihre Rechte einzufordern.
Alle geltenden Änderungen im Unterhaltsrecht
sowie alle aktuellen Tendenzen in der Rechtsprechung
werden dargestellt, außerdem wird darüber
informiert, wie sich die neuen gesetzlichen Regelungen
des Versorgungsausgleichs und des Zugewinnausgleichs
auswirken.
Buch bestellen
Abendkleid und Filzstiefel
Die Jazzpianistin und Diseuse Peggy Stone
Regine Beyer
Peggy Stone () war Jazzpianistin und Diseuse und lebte in
Berlin, Bialystok, Göteborg, Moskau, Bukarest, Tel Aviv und New York.
Eine erstaunliche Frau, die ein abenteuerliches Leben führte: Die
gebürtige Berlinerin arbeitete als Künstlerin im Berlin der Goldenen Zwanziger, trat in Sibirien als Unterhaltungsmusikerin für die Rote Armee auf und fing nach
dem Zweiten Weltkrieg in der Modebranche in New York ganz von vorne an.
»2001 habe ich zum ersten Mal mit Peggy zusammengesessen, in einem
russischen Restaurant in New York. Sie war 94 Jahre alt und leerte ihr Gläschen Wodka mit einer ruhigen, geübten Handbewegung: ›Na sdorowje, Kindchen. 1943 in Sibirien bei minus 40 Grad war das hier reine Medizin ...‹ Während des Essens sprach sie von noch früheren Jahren in Bialystok und Moskau, vor allem über die Zeit im Berlin der 20er Jahre, als ›Lil und Peggy Stone‹ mit Jazzimprovisationen und populären Schlagern in mehreren Sprachen auf fast allen wichtigen Kleinkunstbühnen in Westeuropa aufgetreten sind. Zum Abschied erzählte sie vergnügt die folgende Episode: ›Stellen Sie sich vor, als ich mir kürzlich einen schönen neuen Schrank gekauft habe, sagte meine Freundin ganz erstaunt: ›Was?! Mit einem Bein im Grab und noch einen Schrank!‹ Da habe ich ihr geantwortet: ›Und wenn ich nur noch
drei Wochen lebe, werde ich mich drei Wochen lang jeden
Tag daran erfreuen.‹«
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Gelebtes Leben
Autobiographie
Emma Goldman
Emma Goldman, »die rote Emma«, war zu ihren Lebzeiten eine
gleichermaßen verehrte wie gefürchtete Symbolfigur des Anarchismus. Sie wurde
bekannt durch ihre Schriften, ihre Reden und ihre engagierten Kampagnen für die
Rechte der ArbeiterInnen, für Geburtenkontrolle, gegen die Wehrpflicht und für die
Friedensbewegung. 1886 war sie im Alter von siebzehn Jahren aus Russland in die
USA emigriert. Durch die Hinrichtung der Aufständischen vom Chicagoer Haymarket
und die Begegnung mit Johann Most politisiert, erkannte sie bald ihr großes
rhetorisches Talent und setzte es bei Vorträgen und Agitationsveranstaltungen
ein, wo sie für verschiedenste Belange der ArbeiterInnen und der Unterdrückten
kämpfte. Sie wurde mehrere Male zu Gefängnisstrafen verurteilt und 1917, im
Zuge der Anarchistenhetze und der Kriegsbegeisterung in der Gesellschaft, nach
Russland deportiert, wo sie Zeugin der Auswirkungen der Russischen Revolution
wurde. Enttäuscht von der diktatorischen Herrschaft der Bolschewiki, verbrachte
sie einige Jahre in Frankreich, wo sie in den zwanziger Jahren ihre
Autobiografie verfasste. 1936 nahm sie am Spanischen Bürgerkrieg teil. 1940
starb sie in Toronto. 2010 jährt sich Emma Goldmans Todestag zum 70. Mal.
Mit einem Vorwort von Ilija Trojanow. Aus dem Englischen übersetzt von Marlen Breitinger,
Renate Orywa und Sabine Vetter. Überarbeitet und mit einer Chronik versehen von Tina Petersen.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Das Muttertabu
oder der Beginn von Religion
In einer Zeit, wo die Grundfesten unserer Zivilisation ins Wanken
geraten, zeigt die Denkerin, Wissenschaftlerin, Mutter von vier Kindern
und Autorin des Buches »Starke Mütter verändern die Welt«
(Christel-Göttert-Verlag, 2007) die wahren mütterlichen Wurzeln der
Menschwerdung auf. In beeindruckenden Bildern stellt sie unser gesamtes
Gesellschaftsgefüge vom Kopf auf die richtigen Füße und weist nach, dass
die kulturelle Mutterstufe als partnerschaftliche Kulturstufe
Hunderttausende von Jahren die Ursozialisationsform des Menschen
war. Ausgehend von dieser »Mater Radix« erweisen sich alle unsere
gesellschaftlichen Paradigmen als politische Machtinstrumente, um die
Lebenslüge, dass der Vater am Anfang und im Zentrum allen Lebens steht,
zu manifestieren. Die Autorin zeigt auf, dass erst die starken
Klimaschwankungen im Laufe des Neolithikums vor circa 6000 Jahren
schließlich zum Zusammenbruch der sozialen Strukturen der kulturellen
Mutterstufe führten. In Kombination mit der Überbetonung von Vaterschaft
wurde, anfangs bei Hirtennomaden, die ursprüngliche matrilineare
Abstammung ersetzt durch eine patrilineare. Aus den »capites« der Herde
entwickelte sich der kapitalistische Eigentumsbegriff. Die Mutter wurde
entmachtet.
In Verbindung mit einer fortschreitenden Metallverarbeitung
entwickelte sich die Kriegsführung als wirksamste Form der
Kapitalakkumulation. Heute hat dieses ausbeuterische System des
Patriarchats in nur 6000 Jahren das Leben auf der Erde an den Rand des
Kollaps gebracht. Nur die Entwicklung von Gaiakompetenz wird uns vor dem
völligen Ruin retten. Das heißt, wir als Menschen müssen innerhalb des
mütterlichen Systems Erde wieder teamfähig werden.
Buch bestellen
Nachts unterm Jasmin
Erzählungen aus Algerien
Maïssa Bey
Die Algerierin Maïssa Bey thematisiert in ihren Erzählungen die
vielfältigen Schicksale und Probleme von Frauen und Mädchen. Sie lässt
vergewaltigte, entwürdigte, verstoßene, von der Hoffnung auf Liebe
enttäuschte Frauen zu Wort kommen. Aber sie kämpfen um ihre Freiheit und
Identität. Die Autorin nimmt sich dieser Lebensfäden mit Empathie und
Liebe an.
Maïssa Bey, geboren 1950, lebt heute in Sidi Bel Abbès. Studium
der Romanistik in Algier, danach Lehrtätigkeit. Sie schreibt in
Französisch. Maïssa Bey hat bewusst ihr Land Algerien nicht verlassen.
Sie ist Gründerin und Vorsitzende der Frauenvereinigung »Parole et
écriture«. Von ihr liegen Romane, Novellen und Theaterstücke vor. Mit
dem Novellenband »Nachts unterm Jasmin« erscheint ihr erstes Werk in deutscher
Übersetzung.
Aus dem Französischen übersetzt von Christine Belakhdar.
erschienen 08/2010 im
164 Seiten, broschiert
€D 19,00 / €A 19,60 / sFr 30,30
ISBN:
Genre: Erzählungen Weltweit
Buch bestellen Rezensionsexemplar
It\'s my turn!
Die Freundinnen Tolani und Rose arbeiten in einer Bank mitten in Lagos. Als Rose eines
Tages ihren Chef ohrfeigt - aus Gründen, über die sie schweigt - wird
sie gefeuert. Kurz darauf verliert auch Tolani ihren Job, denn nun
musste sie sich gegen die Belästigung durch ihren Chef wehren. Tolani
würde gern ihren Freund Sanwo heiraten, doch der vertröstet sie seit
Jahren. Rose dagegen sucht in nüchterner Erwägung ihrer Lage nach einem
Mann mit Geld und beginnt eine Beziehung mit OC Okonkwo, einem smarten
jungen Mann. Als Tolani und Rose die Miete für ihr gemeinsames
Appartment nicht mehr zahlen können, macht OC Okonkwo ein Angebot: Er
will die beiden als Drogenkurierinnen für sich arbeiten lassen. Die Frauen
lassen sich darauf ein und üben das Schlucken von mit Kokain gefüllten
Kondomen. Gepeinigt von Ekel und Selbstvorwürfen steigt Tolani aus, Rose
bleibt bei ihrem Entschluss.
Welche Konsequenzen ihre Entscheidungen
haben, erzählt Sefi Atta in ihrem zweiten Roman: Trotz erschreckender äußerer Ereignisse ist dieses Buch ein großes Lesevergnügen. Die knappe, treffende Sprache der Ich-Erzählerin Tolani, die witzigen, intelligenten
Dialoge geben der Geschichte Tempo und eine Leichtigkeit, die die Menschlichkeit der Protagonistinnen noch heller aufscheinen lässt.
Aus dem Englischen übersetzt von Eva Plorin.
erschienen 07/2010 im
272 Seiten, gebunden
€A 19,90 / €A 20,50 / sFr 32,00
ISBN:
Genre: Roman Weltweit
Buch bestellen
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